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Ernährungstherapie

Die Ernährungstherapie ist ein Verfahren der klassischen Naturheilkunde. Hippokrates von Kos sagte vor weit mehr als 2500 Jahren: "Lass die Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung." Da die ernährungsbedingten Krankheiten zunehmen hat die Ernährung in der heutigen Zeit eine zunehmende Bedeutung. Ernährungstherapie stellt die Basis eines naturheilkundlichen Behandlungsansatzes dar. Wir nehmen täglich 2-3 kg Nährstoffe auf und für jeden ist es sicherlich leicht vorstellbar, wie sehr diese Stoffe im Einzelnen auf unseren Körper einwirken. Im Mittelpunkt der Ernährungstherapie steht folgende Aussage: Nahrung soll Heilmittel sein. Wenn Ernährungstherapie als Naturheilverfahren verstanden wird, dann kommt es auf die optimale Zusammensetzung der Nahrung an, die auf den gesamten Organismus einwirken soll. Im Sinne einer naturheilkundlichen Ernährungstherapie kommt es auf die Beachtung der Lebensmittelqualität sowie auf die Bewertung des Gesundheitswertes des Lebensmittels an. Die pflanzliche Frischkost spielt die eine Hauptrolle. Rückstände und Verunreinigung in Lebensmitteln sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Lebensmittel aus dem biologischen Anbau haben den Vorzug. Die Ernährungstherapie im naturheilkundlichen Sinne bezieht vor allem die Beachtung des Säure-Basen-Haushalts ein. Sie möchte über die Ernährung auf den Säure-Basen-Haushalt einwirken. Ein alter Grundsatz lautet: "Basisch ist das Leben. Sauer ist der Tod". Ältere Menschen sollten sich eher basisch ernähren, Kinder können eine eher saure Ernährung für ihr Wachstum und ihre Entwicklung zu sich nehmen. Zur Prävention und Heilung vieler Erkrankungen ist die Beachtung des Säure-Basen Gleichgewichts wichtig. Der Säure-Basen-Haushalt kann über Urinteststreifen kontrolliert werden, bei einer Übersäuerung wird mit Nahrungsergänzungsstoffen und einer Überprüfung der Nahrungsauswahl reagiert. Jede Übersäuerung etwa ab dem 40. Lebensjahr und älter kann Ursache für Erkrankungen sein. So bessern sich Wechseljahrsbeschwerden häufig bereits dadurch, dass auf eine vernünftige Ernährung wert gelegt wird. Informationen zum Säure-Basen-Haushalt und über Lebensmittel, die auf den Säuren-Basen-Haushalt einen positiven bzw. negativen Einfluss haben, finden Sie unter Basische Kost. Säurebildner sind vor allem Süßigkeiten, Zitrusfrüchte und pure Fruchtsäfte. Jemand, der den ganzen Tag auf dem Feld arbeitet und schwitzt, kann saure Nährstoffe essen und trinken und wird keine Übersäuerung erleben. Der mitteleuropäische Standartbürger, der in der Regel die Hauptzeit seines Tages im Sitzen verbringt, wenig Bewegung hat und wenig schwitzt, kann durch Zitrusfrüchte übersäuert werden. Weitere Säurebildner sind Nikotin, Kaffe, schwarzer Tee und verschiedene Fleischsorten. Kaffee produziert wegen seiner Röststoffe, die im Rahmen der Kaffeeherstellung entstehen, Säuren. Beim Fleisch ist vor allem das Schweinefleisch zu meiden. Grundsätzlich ist Fleisch ein Säurebildner. Die Kost ist dann richtig gewählt, wenn der Kalorienbedarf den Erfordernissen entspricht und die Nahrungsmittel in optimaler Zusammensetzung angeboten werden. Dabei ist es natürlich wichtig, die Nahrung möglichst abwechslungsreich zusammenzusetzen. Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate liefern die notwendigen Energien, um den Körper in Gang zu halten. Vitamine und Mineralstoffe beeinflussen organische Abläufe, die Nahrungsaufschlüsselung, das Nervensystem, den Stoffwechsel und die Hirntätigkeit.

Anwendung und Wirkung der Ernährungstherapie

Aus naturheilkundlicher Sicht ist als Idealkost eine vollwertige Grunddiät zu verstehen. Eine vernünftige ausgewogene, wohlschmeckende Ernährungsform, die einen positiven Einfluss auf den Gesamtorganismus und seine Grundfunktionen ausübt. Bei bestimmten Erkrankungen kann diese vollwertige Grunddiät durch Änderungen oder Ergänzungen spezifisch ergänzt oder abgewandelt werden. In der Schwangerschaft, Stillzeit und bei gynäkologischen Erkrankungen kann vor allem der Gehalt an Eiweiß, Kalzium, Flüssigkeit, Kochsalz und Eisen modifiziert werden. Bei Patienten mit Darmerkrankungen oder Entzündungen bieten sich Rohkosttage an. Zudem ist die Fastentherapie ein wesentlicher Teil naturheilkundlicher Ernährungstherapie. Die Fastentherapie ist eine wertvolle Therapie, die aber auch in Eigenverantwortung im häuslichen Umfeld, vor allem im Frühjahr, selbständig durchgeführt werden kann. Sie sollte in Krankheitsfällen mit ausreichend Bewegung, Einläufen und Leberwickeln kombiniert sein, da ansonsten das Fasten auch schädlich sein kann. Die Fastentherapie hat nicht in erster Linie das Abnehmen zum Ziel, sondern soll zur seelischen und geistigen Erholung beitragen. Nahezu alle großen Weltreligionen haben einmal im Jahr eine Fastenzeit, die von uns heute jedoch leider in vielen Fällen zu unserem Nachteil nicht beachtet wird.

Ernährungstherapie in naturheilkundlichem Sinne bedeutet nicht Rohkost, nicht "biologisch" schmeckendes Essen, sondern eine wohlausgewogene und gut schmeckende Ernährung, die im übrigen entsprechend ihrer Definition mit den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung im Einklang steht.

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