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Alkohol

- nur in Maßen

Jedem ist ab und zu ein Glas Wein oder ein Bier gegönnt. In geringen Mengen wirkt Alkohol anregend und verdauungsfördernd. Auch positive Wirkungen auf die Blutgefässwand und die Prophylaxe von Arteriosklerose sind besonders von den Inhaltsstoffen des Rotweins belegt. Größere Mengen Alkohol steigen dagegen zu Kopf und beeinträchtigen Gedächtnis, Muskelkoordination und Reflexe. Regelmäßiger Alkoholkonsum führt zur Sucht und zu Schäden innerer Organe (Leber, Nieren, Magen und Darm), der Nerven (zitternde Hände) und des Gehirns. Auch Fettstoffwechselstörungen, Gicht und Krebs können infolge hohen Alkoholkonsums auftreten. Gegen große Mengen alkoholischer Getränke spricht weiterhin der hohe Energiegehalt. Ein Gramm reiner Alkohol ergibt etwa 30 kJ (s. Tabelle unten).

Als Richtwert gilt: Gesunde Männer können bis zu 20 g Alkohol am Tag aufnehmen, das entspricht etwa 0,5 Liter Bier oder 0,25 Liter Wein oder 0,06 ml Weinbrand. Für gesunde Frauen gelten 10 g Alkohol pro Tag als gesundheitlich verträglich. Diese Richtwerte dürfen aber nicht als Ermunterung zu regelmäßigem, täglichen Alkoholgenuss angesehen werden.

Stoffwechselwege des Alkohols

Nur etwa 10 % des eingenommenen Alkohols wird unverändert durch Niere und Lunge ausgeschieden, der grösste Anteil wird durch das zytosolische Enzym Alkoholdehydrogenase (ADH) metabolisiert. Das daraus entstehende Azetaldehyd wird durch die Azetaldehyd-Dehydrogenase (AlDH) zu Essigsäure metabolisiert. Ein kleinerer Anteil wird durch Zytochrom P450E1, das sogenannte MEOS (Microsomal Ethanol Oxidizing System) und durch Katalase abgebaut. Bei der Oxidierung von Alkohol durch ADH wird NADH im Exzess produziert, so dass der NADH/NAD Quotient erhöht ist. Um den normalen Quotienten wiederherzustellen, wird NADH in verschiedene wichtige Stoffwechselschritte eingeschleust. Dies hat folgende Konsequenzen (s. Tabelle)

    1. Erhöhte Fettsäure- und Glyzerophosphatsynthese. Dies führt - zusammen mit einer Hemmung der Proteinsynthese und einer Hemmung der Exozytose - zu erhöhter Triglyzeridspeicherung in der Leber und damit zur Fettleber.
    2. Der Pyruvat/Laktat Quotient wird zugunsten von Laktat verschoben, was zu einer relativen Laktatazidose führt. Erhöhter Umsatz von ATP hat erhöhte Harnsäureproduktion zur Folge. Daneben führt Laktatüberschuss zu erniedrigter renaler Uratausscheidung und trägt dadurch zur Hyperurikämie bei. Das erniedrigte Pyruvat reduziert die Glukoneogenese und kann dadurch Hypoglykämie verursachen.
    3. Hohe Azetaldehydspiegel schädigen die Mitochondrien und vermindern die Effizienz des Krebszyklus.
    4. Die verminderte Effizienz der Mitochondrien durch die Abnahme des Redoxpotentials kann über unvollständigen Fettsäureabbau und Erhöhung des ß-Hydroxybutyrats zur alkoholischen Ketoazidose führen.
    5. Der Export sekretorischer Proteine, u.a. Albumin und ?1-Antitrypsin wird gehemmt.
    6. Der Abbau durch das MEOS führt zur Bildung von Sauerstoffradikalen und damit zur weiteren Zellschädigung.

Erkrankungen, für die der Alkoholmißbrauch (mit)verantwortlich sein kann:

Organe/FunktionenSchaden
Kardiovaskuläres System:Kardiomyopathie
Hypertonie
Gastrointestinales System:Gastritis
Pankreatitis
Fettleber
alkoholische Hepatitis
Leberzirrhose
Hämatopoetisches System:Anämie
Thrombopenie
Immunologisches System:
Erhöhtes lnfektionsrisiko
Tumore:Speiseröhren-, Mund- und Rachenkarzinom
Pankreas-Karzinom
Leber-Karzinom
Mamma-Karzinom
Stoffwechsel:Hypertriglyzeridämie
Hyperurikämie
Nervensystem:Alkohol-Polyneuropathie
Hirnorganische (epileptische) Anfälle
Alkoholtoxische Kleinhirnrindenatrophie
Polioenzephalopathie Wernicke-Korsakow
Alkohol-Amblyopie
Psychiatrische Folgen:Alkohol-Abhängigkeit
Alkohol-Entzugssyndrom
Alkoholdelir
Alkohol-Halluzinose
Alkohol-Demenz

Kalorien-Inhalts-Tabellen
Kaloriengehalt pro 100ml Getränk

Alkoholfreie GetränkeEnergie (kcal/kJ)
Fruchtsaft, -nektar50/210
Fruchtsaftgetränk50/210
Verdünnter Fruchtsaft25/105
Colagetränke46/192
Multi-Vitamin-Saft47/196
Karottensaft27/113
Tomatensaft17/71
Kaffee, ohne Milch und Zucker2/8
Tee, ohne Milch und Zucker0/2
Mineralwasser0/0
Alkoholische GetränkeEnergie (kcal/kJ)Alkohol (g)
Bier (Pils)42/1763,9
Alkoholfreies Bier28/1170,2

Malzbier

52/218

1,0

Cidre

42/176

3,8

Rotwein, leicht

65/272

10,0

Weißwein, trocken

68/284

9,5

Sekt, trocken

76/318

10,0

Sherry, trocken

116/481

15,7

Fruchtsaftlikör

304/1271

24,0

Klarer, 32 Vol.-%

182/761

25,6

Weinbrand

234/978

33,0

Alkoholische Getränke und Kalorien

ml

kcal

g Fett

Apfelkorn

    20 ml

39

-

Apfelwein herb (4%)

200 ml

76

-

Apfelwein süß (4%)200 ml86

-

Bier, alkoholfrei (Fun)

330 ml

59

-

Bowle, Punsch

150 ml

153-
Champagner

100 ml

72-
Eierlikör40 ml1282
Gin20 ml60-
Kaffee-/Tee-/Kakaolikör40 ml112-
Korn20 ml35

-

Kräuter-/Gewürzlikör20 ml60-
Light-Bier, 2,7%330 ml83-
Likör-Creme40 ml1162
Malzbier200 ml74-
Mandellikör40 ml1362
Portwein50 ml83-
Punsch, Bowle150 ml153

-

Rotwein, leicht200 ml130-
Rotwein, schwer200 ml156-
Rum, 38%20 ml47-
Sekt100 ml

84

-
Sherry, cream50 ml71-
Sherry, trocken50 ml59-
Stout (Porter)333 ml130

-

Vollbier, dunkel200 ml94-
Vollbier, hell200 ml90-
Weinbrand20 ml47-
Weinbrand-Cream40 ml106-
Weißbier200 ml90-
Weißwein200 ml140-
Wermut 50 ml62-
Wermut, süß50 ml80-
Whisky 20 ml50-

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