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Weibliche Ursachen

Weibliche Ursachen von Unfruchtbarkeit

Im deutschen Sprachgebrauch wird bei unerfülltem Kinderwunsch unterschieden zwischen Frauen, die wiederholt schwanger wurden, aber jedes mal eine Fehlgeburt erlitten und denen, die nie schwanger geworden sind. Die ersteren werden als "infertil" bezeichnet. Die Unfähigkeit überhaupt schwanger zu werden, wird als "Sterilität" definiert. Grundsätzlich kann man die Problematik der weiblichen Sterilität in zwei wesentliche Ursachengruppen einteilen. Die eine Gruppe von Frauen wird nicht schwanger, weil eine hormonelle Störung vorliegt, die einen negativen Einfluss auf den Eisprung hat und die anderen weisen Veränderungen an Gebärmutter und Eileiter auf, welche eine Schwangerschaft verhindern. Weiter oben wurde bereits darauf hingewiesen, dass sich bei ca. 10% aller sterilen Paare auch nach gründlichen Untersuchungen kein Hinweis für die Ursachen ihrer Unfruchtbarkeit finden lässt. Dass hier auch psychische Faktoren einen nicht unerheblichen Einfluss haben können, ist seit langem bekannt. Eine ausführliche Darstellung der psychischen Faktoren finden Sie weiter unten in einer eigenen Rubrik.

Hormonelle Ursachen

Hormonelle Ursachen sind häufig mit Unregelmäßigkeiten im Zyklus vergesellschaftet. Im weiteren Verlauf dieses Textes soll auf verschiedene Hormonstörungen eingegangen werden. Auch ein kurzer Hinweis auf mögliche Therapien wird bereits hier gegeben werden. Ausführlicher werden die Behandlungsmöglichkeiten jedoch unter "Therapie bei speziellen Störungen" abgehandelt werden.

Ausfall der Hirnanhangsdrüse

Um die Funktion der Hirnanhangsdrüse zu verstehen und ihre Bedeutung für den Eintritt einer Schwangerschaft können Sie hier noch einmal die normale Funktionsweise ansehen. Bei Frauen, die nie ohne Hormone eine Regelblutung bekommen haben (primäre Amenorrhoe) liegt in über 10% eine Störung der der Hirnanhangsdrüse vor. Diese ist meist bedingt durch eine Störung der zentralen (übergeordneten) GnRH-Produktion. Der Hypothalamus schüttet sein Hormon (GnRH) und regelmäßigen Pulsen aus. Dieser Rhythmus ist wichtig für eine normale Reaktion der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Die Hypophyse ist nur dann in der Lage ihre Hormone (LH und FSH) zu produzieren, wenn sie die richtigen "Kommandos" vom Hypothalamus bekommt. Ist dies nicht der Fall, wird FSH und LH nur noch in sehr geringen Mengen ausgeschüttet und die Eierstöcke erhalten kein ausreichendes Signal zur Ausreifung von Eizellen. Damit findet auch keine Östrogenproduktion und kein Eisprung statt. Der medizinische Begriff dazu ist "Störung der Hypothalamisch-hypophysären Achse". Eine solche Störung kann auch vorübergehend durch Stresssituationen, durch eine ungesunde Gewichtsverminderung (oder gar Magersucht/Bulimie) oder durch intensiven Leistungssport erworben werden. Die Hypophyse kann aber auch direkt geschädigt sein, z. B. durch Tumore und durch eine akute Durchblutungsverminderung. Dies ist aber sehr selten. Medizinisch zeichnet sich ein (teilweiser) Funktionsausfall der Hirnanhangsdrüse durch folgende Befunde aus: Die Hormone der Hypophyse (LH und FSH) sind deutlich erniedrigt. Die Östrogene sind ebenfalls sehr niedrig. Ein Eisprung findet nicht mehr statt. Eine Regelblutung tritt nicht oder nur noch sehr selten auf. Als Therapie sollten evtl. bestehende Ursachen beseitigt werden (Stressverminderung, Umstellung der Eßgewohnheiten, operative Entfernung eines Tumors). Außerdem kann man das GnRH dem Körper mit speziellen Pumpen in den gewünschten "Schüben" zuführen und damit die Hirnanhangsdrüse zu einer normalen Hormonproduktion anregen.

Ausfall der Eierstockfunktion

Bei jeder Frau stellen die Eierstöcke ab einem bestimmten Alter ihre Tätigkeit ganz ein. Dieser Vorgang ist ganz natürlich und wird allgemein als "Wechseljahre" bezeichnet. Tritt dieser Funktionsverlust der Eierstöcke jedoch vor dem 40. Lebensjahr auf, dann handelt es sich um vorzeitige Wechseljahre. Diese Erkrankung  kann auch bei sehr jungen Frauen Anfang 20 auftreten. Von diesem Problem sind ca. 1% aller Frauen betroffen. Die Ursachen sind sehr vielfältig. Es können genetische Erkrankungen vorliegen, es wird auch darüber spekuliert, ob es sich um eine Autoimmunerkrankung handeln könnte, bei der der Körper durch fehlgeleitete Abwehrmechanismen die Funktion der Ovarien blockiert. Abgesehen von den genetischen Ursachen, die mit entsprechenden Untersuchungen festgestellt werden können, sind andere Ursachen diagnostisch nicht erfassbar. Die Befunde für diese Erkrankung sind sehr typisch: Die Frauen haben die gleichen Symptome wie in den Wechseljahren (Hitzewallungen, Schweißausbrüche, trockene Schleimhäute, psychische Verstimmungen bis hin zur Depression) Die Regelblutung bleibt aus. Die Östrogene sind deutlich erniedrigt. LH und FSH sind stark erhöht (die Hirnanhangsdrüse "merkt", dass die Östrogen erniedrigt sind und versucht durch Erhöhung der Hormonproduktion, also LH und FSH, die Eierstöcke doch noch zu einer Reaktion zu "zwingen". Eine Behandlung gibt es hinsichtlich des Kinderwunsches nicht. Da diese Erkrankung gelegentlich nur vorübergehend auftritt, sollte man die endgültige Diagnose nicht aufgrund einer einzigen Hormonbestimmung stellen. Eine Stimulation der Eierstöcke mit hohen Hormondosen kann gelegentlich zum Erfolg führen, ist jedoch nur im Ausnahmefall sinnvoll. In Deutschland nicht erlaubt ist die Eizellspende, mit Hilfe derer man eine Schwangerschaft auch bei vorzeitigen Wechseljahren erzielen kann.

Gelbkörperschwäche

Die sogenannte Lutealinsuffizienz ist eine der am häufigsten gestellten Diagnosen bei der Behandlung steriler Paare. Bei Auftreten eines Eisprungs kommt es zu einer ungenügenden Gelbkörperausbildung. Da das Gelbkörperhormon für die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung des Embryos verantwortlich ist und auch zur Erhaltung der Schwangerschaft wichtig ist, kommt es zu einer Einnistung unter schlechten hormonellen Bedingungen und häufig zu einer Fehlgeburt. Die Symptome, die mit dieser Störung einhergehen, sind ein verkürzter Zyklus (die zweite Zyklushälfte nach dem Eisprung ist verkürzt) bei regelmäßigem Eisprung. Der Blutspiegel des Gelbkörperhormons in der zweiten Zyklushälfte ist erniedrigt. Die Gelbkörperschwäche ist keine eigenständige Erkrankung. Letztlich ist sie regelmäßig die Folge einer unzureichenden Follikelreifung, denn aus dem Eibläschen entsteht nach dem Eisprung ja der Gelbkörper. Als Behandlung ist daher eine Unterstützung der Follikelreifung angezeigt. Die Gabe von Hormonen zur Unterstützung der Eibläschenentwicklung führt zu einer Verbesserung der Gelbkörperfunktion und auch die von den Östrogenen und dem Gelbkörperhormon abhängige Funktion der Gebärmutterschleimhaut wird dadurch unterstützt.

Erhöhte männliche Hormone

Bei ungefähr einem Drittel aller Frauen mit unregelmäßiger Monatsblutung sind erhöhte Spiegel männlicher Hormone die Ursache. Der geläufige Ausdruck "männliche Hormone" ist eigentlich nicht richtig. Jede Frau hat diese Hormone und diese sind auch wichtig für ein reibungsloses Zusammenspiel der hormonellen Wirkungen auf den weiblichen Körper. Allerdings weisen diese Hormone beim Mann normalerweise wesentlich höhere Blutspiegel auf, weshalb dieser Begriff verwendet wird. Der medizinische Ausdruck ist Androgene. Es sind viele Androgene bekannt, die wichtigsten sind das Testosteron und das DHEAS (steht für Dihydroepiandrosteron). Bei der Frau werden diese Hormone an mehreren Stellen gebildet. Im Eierstock bilden spezielle Zellen (Thekazellen), die zwischen den Follikeln liegen, hauptsächlich Testosteron und ein weiteres männliches Hormon, das Androstendion. Die Thekazellen werden zu dieser Hormonproduktion von der Hirnanhangsdrüse angeregt und zwar mit Hilfe des Hypophysenhormons LH. Daraus ergibt sich die sogenannte "Zweizelltheorie": Die Thekazellen des Eierstocks stellen unter dem Einfluss des LH der Hypophyse Androgene her und die Zellen der Eibläschen, die die eigentliche Eizelle umgeben (Granulosazellen) produzieren unter dem Einfluss des FSH aus der Hirnanhangsdrüse die Östrogene. Die Nebennierenrinde ist der zweite wichtige Ort für die Androgenproduktion, DHEAS wird hauptsächlich hier synthetisiert. Aber auch Testosteron entsteht hier, in etwa der gleichen Menge wie im Eierstock. Der letzte wichtige Ort für die Entstehung der Androgene ist das Fettgewebe (knapp die Hälfte des Testosterons stammt aus der Umwandlung hormoneller Vorstufen in Testosteron). Oftmals lassen sich die Ursachen einer Androgenerhöhung nicht feststellen. Bekannte Ursachen sind eine vermehrte Synthese der Nebennieren insbesondere in jugendlichem Alter und Übergewicht. Während sich die erhöhten Werte bei jugendlichen Frauen noch normalisieren können, ist bei übergewichtigen Frauen eine Diät unumgänglich. Andere Ursachen sind Enzymdefekte, welche die normale Produktion der Hormone beeinflussen. Bei diesem sogenannten "Adrenogenitalen Syndrom" können bestimmte Hormone nicht gebildet werden und es kommt statt dessen zu einer überschießenden Bereitstellung von Androgenen. Eine weiterer, jedoch deutlich seltenerer Grund für einen Überschuss an männlichen Hormonen sind Tumore, welche Hormone bilden können und sich meist am Eierstock befinden. Die Symptome, welche mit einer erhöhten Androgenproduktion einhergehen können, sind vielfältig. Meist kommt es zu Unregelmäßigkeiten des Zyklus oder zum vollständigen Ausbleiben der Blutung. Ein Eisprung findet meist nicht statt, da die erhöhten männlichen Hormone das Eibläschen an seiner normalen Entwicklung hindern. Wenn es doch zu einem Eisprung kommt, dann besteht häufig eine Gelbkörperunterfunktion (siehe oben). Vermehrte Behaarung an für Frauen untypischen Stellen (Hirsutismus) kann ebenfalls, oft zusammen mit Akne, auftreten. Als Therapie ist zunächst, wenn bekannt, die Beseitigung der Ursachen notwendig. Häufig heißt das eine Verminderung des Körpergewichtes. Bei Enzymdefekten werden die fehlenden Hormone (die wegen der Defekte nicht hergestellt werden können) ersetzt und es kommt dadurch auch zu einer Normalisierung der Androgenspiegel. Tumore, welche für die Überproduktion verantwortlich sind, müssen entfernt werden. Findet man nur erhöhte Werte, ohne die Ursache feststellen zu können, dann ist eine milde Stimulation der Eierstöcke mit Hormongaben angezeigt.

Das PCO-Syndrom

Das Syndrom der polyzystischen Ovarien (=PCO-Syndrom) ist kein eigenständiges Krankheitsbild, auch wenn viele Gynäkologen dies gerne vereinfachend behaupten. Polyzystisch heißt "viele Zysten" und damit wird der Zustand der Eierstöcke beschrieben. Ultraschallbild Diese "Zysten" der Eierstöcke sind jedoch keine echten Zysten. Es handelt sich hierbei um viele kleine Eibläschen, die nicht heranreifen können und vorzeitig verkümmern. Im Ultraschall kann man diese kleinen "Zysten" dann meist sehr gut erkennen. Das Heranreifen der Follikel wird durch erhöhte Spiegel männlicher Hormone verhindert, wie dies auch schon im vorigen Kapitel beschrieben wurde. Das PCO-Syndrom ist also kein neues Syndrom, sondern lediglich eine etwas ausgeprägtere Form der im vorigen Abschnitt beschriebenen Problematik. Es kommt fast immer zu einem völligen Ausbleiben der Regelblutung, weil der "Taktgeber", nämlich Eizellreifung und Eisprung nicht mehr vorhanden sind. Die Eierstöcke sind meist vergrößert und es lassen sich weitere hormonelle Besonderheiten feststellen. Bei einem ausgeprägten PCO-Syndrom ist der Wert des eisprungauslösenden Hormons (LH) regelmäßig erhöht. Aufgrund der oben beschriebenen "Zweizelltheorie" kommt es dadurch zu einer verstärkten Synthese von männlichen Hormonen. Diese werden bei den oft (nicht immer!) übergewichtigen Frauen im Fettgewebe zu Östrogenprodukten  umgewandelt, welches dan wieder zu einer erhöhten LH-Produktion führt, da die Hirnanhangsdrüse wegen der Östrogene nun meint, den Eisprung auslösen zu müssen. Es entsteht also ein Kreislauf, aus dem ohne medikamentöse Therapie kein Ausweg gefunden werden kann (es sei denn, durch Gewichtsreduktion, falls ein Übergewicht besteht). Es gibt auch Hinweise darauf, dass eine Störung im Zuckerstoffwechsel ein Grund für die Entstehung des PCO sein könnte. Bei der sogenannten Insulinresistenz wirkt dieses von der Bauchspeicheldrüse gebildete Hormon nicht ausreichend an den Rezeptoren der zuckerverarbeitenden Gewebe. Wegen der Ähnlichkeit des Insulins mit dem "Insulin-like Growthfactor (IGF)", der maßgeblich an der hormonellen Steuerung des Eierstocks beteiligt ist, kommt es bei einem Insulinüberschuss zu Störungen der Eierstocksfunktion. Der Überschuss des Insulins entsteht, weil das zuckerverarbeitende Gewebe ja nicht ausreichend auf das Insulin reagiert und die Bauchspeicheldrüse zum Ausgleich mehr von diesem Hormon ausschüttet. Solche Zusammenhänge entstehen ebenfalls bei übergewichtigen Patientinnen häufiger als bei schlanken Frauen. Die Therapie besteht zunächst darin, die Eierstöcke und die Hirnanhangsdrüse außer "Gefecht" zu setzen und regelmäßige Blutungen herbeizuführen. Dies geschieht meist mit einer Pille, obwohl dies für Frauen mit Kinderwunsch schwer nachvollziehbar ist. Aber oft ist diese Maßnahme zur Unterbrechung des oben beschriebenen Kreislaufs notwendig. Es sei nur soviel gesagt: Es gibt Medikamente, die den erhöhten LH-Spiegel senken können und anschließend wird mit anderen Hormonpräparaten ein Eisprung ausgelöst. Auf die speziellen Schwierigkeiten bei Vorliegen eines PCO-Syndroms im Zusammenhang mit einer solchen Therapie wird ebenfalls eingegangen. (Diagnostik: wie bei erhöhten männlichen Hormonen, siehe entsprechenden link im vorigen Kapitel)

Erhöhung des Prolaktins

Bei ca. 20% aller Frauen ohne Eisprung und/oder normaler Regelblutung findet sich eine Störung des Prolaktinhaushaltes. Auch bei einem Großteil der Sterilitätspatientinen mit einem normalen Zyklus  ist dieses Hormon erhöht. Auch dieses Hormon wird in der Hirnanhangsdrüse gebildet. Üblicherweise wird es vermehrt in in der Stillzeit gebildet und unterstützt dann die Milchproduktion. Bekanntermaßen tritt während der Stillzeit nur sehr selten ein Eisprung auf (Stillen ist jedoch keine sichere Verhütung!). Das Prolaktin stört den Hypothalamus bei der Ausschüttung des GnRH und somit findet auch keine regelrechte Produktion des FSH und des LH statt. Unter diesen Umständen kommt es praktisch nie zur Eizellreifung. Ein erhöhtes Prolaktin kann verschiedene Gründe haben. Es ist ein bekanntes Stresshormon, welches unter körperlicher oder auch seelischer Belastung ansteigt. Bei der Blutabnahme sollte daher auch keine Stresssituation bestehen. Außerdem gibt es eine ganze Anzahl von Medikamenten, welche das Prolaktin erhöhen können. Ein weiterer Grund für (dann meist sehr stark) erhöhte Prolaktinwerte können gutartige Knoten in der Hirnanhangsdrüse sein. Diese Knoten haben letztlich meist keinen echten Krankheitswert; können jedoch auch an Größe zunehmen und führen dann gelegentlich durch einen Druck auf den Sehnerv zu Auffälligkeiten bei der Untersuchung des Gesichtsfeldes. Es gibt eine ganze Anzahl von Medikamenten, welche die Prolaktinproduktion senken können. Letztlich sind dies alles Medikamente, welche auch zum Abstillen gegeben werden können (gelegentlich ist eines der Symptome tatsächlich auch eine Milchabsonderung der Brust). Genauere Informationen dazu werden in einem gesonderten Kapitel gegeben.

Schilddrüsenstörungen

Die Funktion der Schilddrüse ist ebenfalls ein hormoneller Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch. Es handelt sich hier selten um eine ausgeprägte Störung der Schilddrüsenfunktion, sondern um eine grenzwertige Minderfunktion. Eine sogenannte "latente Hypothyreose" kommt bei mehr als 10% aller steriler Frauen vor. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass das Hormon, welches die Schilddrüse produziert, sich noch gerade eben im Normbereich befindet. Die Schilddrüse unterliegt ähnlichen Mechanismen wie alle hormonproduzierenden Organe. Auch für sie besteht ein übergeordnetes Zetrum, welches ein "schilddrüsenstimulierendes Hormon" (TSH) produziert. Dieses kommt aus dem Zwischenhirn (Hypothalamus, wo auch das GnRH gebildet wird). Und wie bei allen hormonellen Systemen gibt das Zielorgan eine solchen Stimulation (hier die Schilddrüse) durch das Hormon, welches sie produziert ein Feedback an das übergeornete Zentrum, welches die Stimulation danach ausrichtet und anpasst. Bei einer latenten Schilddrüsenunterfunktion bemerkt die "Zentrale (=Hypothalamus)", dass z. B. wegen eines Jodmangels, die Werte niedrig sind und schüttet mehr von dem stimulierenden Hormon aus. Dieses schilddrüsenstimulierende Hormon hat aber den nachteiligen Effekt, auch die Prolaktinsekretion zu fördern und damit die Mechanismen zu bewirken, die im vorigen Abschnitt bereits beschrieben wurden. Die Erhöhung des Prolaktins und eine grenzwertige Schilddrüsenunterfunktion sind daher sehr häufig kombiniert. Außerdem wird die produktion des LH durch das schilddrüsenstimulierende Hormon erhöht, was dann den gleichen Kreislauf wie bei Vorliegen eines PCO (s. o.) hervorrufen kann.

Dr. Elmar Breitbach
http://www.wunschkinder.de

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