Ernährung und Krebserkrankung

knoblauchAllgemeine Ernährungsempfehlungen bei eingetretener Krebserkrankung

Aufgrund der Ergebnisse verschiedener Studien der jüngsten Zeit lassen sich zur Ernährung folgende Empfehlungen aussprechen:

  • Sie sollten den Obst- und Gemüseanteil in der Nahrung erhöhen. Obst und Gemüse sind unter anderem reich an sogenannten bioaktiven Stoffen, die die Immunzellen stärken können, die gegen die Krebszellen gerichtet sind.
  • Bevorzugen Sie grüne, gelbe und rote Gemüsesorten, sie enthalten sehr viele Vitamine.
  • Zucker und Weißmehl wie auch die Produkte daraus enthalten einfache Kohlenhydrate, die in Ihrer Ernährung reduziert werden sollten. Die Kohlenhydrate in Vollkornprodukten sind vorzuziehen.
  • Der Anteil gesättigter und ungesättigter Fette sollte auf höchstens 30% des Kaloriengehaltes vermindert werden. Gesättigte Fette (z. B. in Butter, Bratfett, Wurst, Fleisch - bei Zimmertemperatur feste Fette) und ungesättigte Fette (z. B. in Öl, speziellen Margarinesorten) sollten in etwa gleicher Menge aufgenommen werden.
  • Vermindern Sie die Kalorienaufnahme, verzichten Sie auf "Luxuskalorien"!
  • Erhöhen Sie den Ballastoffanteil in der Nahrung, essen Sie viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte
  • Schränken Sie den Verzehr von Gepökeltem und stark gesalzenen Nahrungsmitteln ein
  • Schränken Sie den Alkoholkonsum ein
  • Meiden Sie Zusatzstoffe wie die Süßstoffe Cyclamat, Saccharin (krebsfördernde Wirkung umstritten)
  • Meiden Sie verschimmelte Lebensmittel (sie enthalten Aflatoxine): Nur von extrem wasserarmen Lebensmitteln dürfen schimmlige Teile herausgeschnitten werden (z. B. wasserarme Käsesorten), alle anderen Lebensmittel sollten ganz weggeworfen werden.
  • Langsam kauen und lieber häufigere kleine Mahlzeiten einnehmen.

Ernährung bei krebsbedingten Beschwerden und Therapie-Nebenwirkungen


Während einer Chemo- oder Strahlentherapie oder bei fortgeschrittenerem Krebsleiden kommt es weniger auf eine vollwertige Ernährung an, sondern darauf, dass Ihnen das Essen möglichst schmeckt und bekommt.

Bei Mangel- oder Fehlernährung soll ein Ausgleich der fehlenden Vitamine oder Vitalstoffe
(s. orthomolekulare Medizin) versucht werden, da die Nebenwirkungen der Behandlung bei gutem Ernährungszustand geringer ausfallen.

Um einen Gewichtsanstieg zu erreichen, können Sie den Mahlzeiten Kohlenhydratkonzentrate in Form von Formula-Diäten zusätzlich zur üblichen Nahrung hinzufügen. Zahlreiche kleine, aber energiereiche Zwischenmahlzeiten sind ebenfalls sinnvoll. Zwingen Sie sich aber zu nichts, wenn Sie gegen Nahrungsmittel Abneigungen verspüren, kann das respektiert werden.

Appetitlosigkeit
, Geschmacksveränderungen oder -verlust sind nicht selten unter einer Chemo- oder Strahlentherapie. Hier sind viele kleine Essensportionen, appetitlich zubereitet, empfehlenswert. Starke Essensgerüche rufen oft Widerwillen hervor. Appetitanregend können Bitterstoffdrogen wie Wermut oder Enzianwurzel wirken, aber auch ein Aperitif, Wein oder Bier (wenn sich nicht wegen einer bestimmten Therapie verbieten).

Bei Übelkeit und Erbrechen werden kalte Getränke, z. B. auch Cola, teilweise als angenehm empfunden. Essen Sie.

Bei Blähungen oder Durchfall sind leichte, schlackenarme Nahrungsmittel sinnvoll, z.B. Stopfendes wie Bananen, Reis(schleim), Weißbrot, geriebener Apfel. Eine Verschlechterung bewirken Rohkost, frisches Obst, Nüsse, Vollkornprodukte, Milchsäure, Milchzucker.

Bei Schluckbeschwerden oder Entzündungen im Mund wird pürierte Kost am besten vertragen. Ungünstig sind scharfe Gewürze, Gesalzenes, säurehaltige Nahrungsmittel, kohlensäurehaltige Getränke, kalte oder heiße Speisen, Milch. Die Speichelsekretion kann durch Lutschen von Pfefferminz- oder Zitronenbonbons, Kaugummikauen oder reichliche kleine Trinkportionen angeregt werden.