Chemo-/Strahlentherapie

wieseVermindern oder verhüten: Nebenwirkungen der Chemo- und Strahlentherapie

Quelle: Gesellschaft für biologische Krebsabwehr

Viele Patienten müssen sich einer Chemo- oder Strahlentherapie unterziehen. Trotz aller Bemühungen um eine bessere Verträglichkeit dieser aggressiven Mittel lassen sich Nebenwirkungen nicht vermeiden. Es gibt jedoch eine Reihe von Möglichkeiten, diese Nebenwirkungen zu lindern, sie zu begrenzen oder zu verhindern. Dazu können eine ganzheitliche Medizin und eigene Bemühungen des Patienten viel beitragen.
Diese Hinweise und Ratschläge sollen helfen, mit belastenden Behandlungen besser fertig zu werden. Da die Reaktionen im Einzelfall sehr unterschiedlich sein können, sollten Sie auch immer mit Ihrem Therapeuten darüber sprechen. Besonders vor einer Chemotherapie sollten der mögliche Nutzen und die möglichen Nebenwirkungen gegeneinander abgewogen werden. Lassen Sie sich darüber auch von einem zweiten Arzt beraten.
Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Ratschlägen helfen können. Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich an unsere Beratungsdienste in Heidelberg oder bei den Arbeitskreisen. Hilfreich können auch Kontakte zu Selbsthilfegruppen sein.

Die Ursachen der Nebenwirkungen

Durch eine Behandlung mit Zytostatika oder Strahlen sollen die bösartigen Zellen abgetötet werden. Dabei werden jedoch auch immer gesunde Zellen mehr oder weniger stark geschädigt. Diese unvermeidlichen Nebenwirkungen begrenzen den Einsatz und den Erfolg der Behandlung. Das therapeutische Ziel, die völlige Zerstörung des Tumors, kann nur bei einigen Krebsarten erreicht werden.
Therapeut und Patient stehen immer vor der Frage, ob der Nutzen der Behandlung in einem vertretbaren Verhältnis zu ihren Nebenwirkungen steht.
Die Nebenwirkungen der Chemotherapie sind systemisch. Da die Medikamente über den Blutkreislauf in den ganzen Körper gelangen, wirken sie sich auch auf den ganzen Organismus aus.
Die Nebenwirkungen der Strahlentherapie bleiben weitgehend auf den bestrahlten Körperteil beschränkt, können dort aber um so heftiger auftreten.
Bei beiden Therapien werden Unmengen an schädlichen freien Radikalen erzeugt. Sie gelten als Hauptursache vieler Beschwerden, vor allem von quälenden Entzündungen. Sie abzuwehren ist besonders wichtig (siehe Entzündungen).

Bei der Chemotherapie werden Zytostatika eingesetzt. Diese Zellgifte enthalten chemische, mineralische oder pflanzlichen Substanzen. Ihre Wirksamkeit beruht darauf, daß sie die Zellteilung hemmen oder blockieren. Da sich Krebszellen schneller als normale Körperzellen teilen, werden sie besonders stark von den Zellgiften betroffen. Dadurch kann das Wachstum einer Krebsgeschwulst gebremst oder gestoppt werden.
Da die Zytostatika jedoch in den ganzen Organismus gelangen, werden auch gesunde Zellen in ihrem Wachstum geschädigt. Besonders betroffen werden davon Körperzellen, die sich ebenfalls häufig erneuern und teilen.

Das sind vor allem die Zellen des Knochenmarks, in denen die Blutkörperchen und die Abwehrzellen gebildet werden; die Zellen der Haarwurzeln sowie die Zellen der Schleimhäute. In diesen Bereichen können daher die Nebenwirkungen der Chemotherapie besonders gravierend sein.

Grundsätzlich gilt:
Nach einer Chemotherapie sehr viel trinken, um die Zellgifte schnell auszuschwemmen.

Nebenwirkungen bei der Chemotherapie

  • Schädigung der Blutzellen, Schwächung der Abwehrkräfte, Infektneigung.
  • Entzündungen der Schleimhäute, Blutungsneigung.
  • Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit.
  • Durchfälle, Verstopfung.
  • Haarausfall.
  • Hautschäden (selten).
  • Müdigkeit und Erschöpfung.
  • Chronische Organschäden etwa an Herz, Lunge oder Nieren.


Diese Nebenwirkungen können auftreten, müssen es aber nicht bei jedem Patienten in gleicher Weise oder Schwere. Das hängt von der Art der verwendeten Medikamente ab, von der Höhe der Dosis, der Dauer der Behandlung und in sehr starkem Maße auch von der individuellen Verträglichkeit. Jeder reagiert anders. Viele Patienten haben nur wenige Beschwerden, bei anderen muß die Therapie deswegen eingeschränkt oder abgebrochen werden.

Bei der Strahlentherapie wird der Tumor mit energiereicher Strahlung bombardiert. Obwohl mit hohem technischen Aufwand versucht wird, nur die Krebsgeschwulst zu treffen, läßt es sich nicht vermeiden, daß auch gesundes Gewebe angegriffen wird. Die Strahlenpartikel reißen die Zellwände und die Molekülbindungen in der Zelle auseinander. Die Strahlen erzeugen Unmengen von chemisch aggressiven Partikeln, sogenannte freie Radikale.
Im Tumor ist das nötig und gewollt, darauf beruht weitgehend die Wirksamkeit der Bestrahlung. Im mitbetroffenen gesunden Gewebe führt das zu teilweise quälenden Beschwerden, besonders an den empfindlichen Schleimhäuten. Die freien Radikale sind eine Hauptursache akuter und chronischer Beschwerden. Sie führen nicht nur zu Entzündungen, sondern verschlimmern sie und lassen sie chronisch werden.

Nebenwirkungen bei der Strahlentherapie

 

  • Schädigung der Schleimhäute, Entzündungen.
  • Schädigung des Blutbildes.
  • Funktionsstörungen der Organe im Bestrahlungsbereich, etwa Durchfälle (Darm), Schwierigkeiten beim Wasserlassen (Blase), Atemnot (Lunge), Schluckbeschwerden (Rachen).
  • Bleibende Schäden an Organen im Bestrahlungsbereich
  • Hautschäden.
  • Erschöpfung, Müdigkeit.


Diese Nebenwirkungen hängen von der verabreichten Strahlendosis ab, von der Empfindlichkeit der bestrahlten Körperregion sowie auch sehr von der individuellen Verträglichkeit.
Lokale Bestrahlungen verursachen meist nur geringe Nebenwirkungen. So kommt es bei der üblichen Bestrahlung nach einer kleinen Brustoperation selten zu heftigen Beschwerden, da Fettgewebe sehr unempfindlich gegenüber Strahlen ist. Auch gezielte Knochenbestrahlungen werden meist gut vertragen, sofern nicht stark mit Schleimhäuten ausgekleidete Organe mitbetroffen werden, etwa im Bereich des Beckens, des Brustkorbs oder des Halses.

Viele Nebenwirkungen bei Bestrahlungen treten nur akut während der Behandlung auf. Dazu gehören Mattigkeit, Reizungen der Haut oder Schleimhäute, Funktionsstörungen am Darm, an den Harnwegen, der Lunge oder im Rachenraum. Es kann dann je nach dem bestrahlten Bereich zu Durchfällen, Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Entzündungen der Unterleibsorgane, Atemnot oder Entzündungen in Mund und Rachen kommen.
In den meisten Fällen bessern sich diese Beschwerden nach einigen Wochen und heilen ab.

Bei etwa 5 - 10 % der Patienten kann es jedoch zu erheblichen Spätschäden kommen, vor allem nach intensiven Bestrahlungen des Unterleibs, des Bauchraums, der Lunge oder der Hals- und Rachenregion
Es entwickeln sich chronische Entzündungen, Vernarbungen oder Gewebsnekrosen. Die empfindlichen Schleimhäute des Darms, der Harnwege oder der Geschlechtsorgane verkümmern, schrumpfen oder verbacken miteinander, es bilden sich Fisteln oder Geschwüre. Diese Beschwerden treten oft erst Monate nach der Behandlung auf und sind schwer zu therapieren.
Die folgenden Hinweise und Ratschläge sollen Ihnen helfen, mit den Belastungen aggressiver Therapien besser fertig werden.

Wichtig sind vor allem zwei Dinge:

  1. Sprechen Sie vorher ausführlich mit Ihrem Arzt. Lassen Sie sich alles erklären. Das hilft mit, Ängste abzubauen.
  2. Nutzen Sie zusätzliche biologische Behandlungsmethoden. Sie können die Wirksamkeit einer aggressiven Therapie festigen, ihre Nebenwirkungen erträglicher machen und Rückfällen vorbeugen.


Schädigung des Blutbildes, Schwächung der Abwehrkräfte

  • bei Chemotherapie je nach Dosis mäßig bis stark
  • bei Strahlentherapie meist nur mäßig
  • Die gravierendsten, häufig langfristigen Schäden, richtet eine Chemotherapie an den blutbildenden Systemen an. Im Knochenmark werden aus Stammzellen die Blut- und Abwehrzellen gebildet. Sie werden dann in der Thymusdrüse, der Milz und den Lymphknoten weiter für ihre speziellen Aufgaben differenziert. Da sich die blutbildenden Zellen sehr schnell vermehren müssen, um die verbrauchten Zellen zu erneuern, reagieren sie besonders empfindlich auf Zytostatika oder Strahlen.
    Bei einer Strahlentherapie sind solche Schäden weniger ausgeprägt, da meist nur das fließende Blut getroffen wird. Es kann sich relativ schnell erneuern. Anders ist es, wenn bei der Bestrahlung Teile des Knochenmarks in der Wirbelsäule stark betroffen werden.


Das sind die Folgen:

  • Es werden nicht mehr genug Abwehrzellen gebildet. Dazu gehören die weißen Blutzellen (Leukozyten und Lymphozyten). Die körpereigene Abwehr von Krebszellen erlahmt oder wird ganz aufgehoben. Das Auftreten von Infektionen wird wegen des geschwächten Immunsystems begünstigt.
  • Der Abfall der Blutplättchen (Thrombozyten) vermindert die Gerinnungsfähigkeit des Blutes. Es kann zu Blutungen in Organen (Magen, Darm, Nieren) oder der Haut kommen. Bei Verletzungen drohen Blutungen oder Blutergüsse. Entzündungen werden begünstigt.
  • Die Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sinkt ab. Da diese den Sauerstoff aus der Lunge in den ganzen Körper transportieren, können Atemnot, Müdigkeit und Erschöpfung die Folge sein.


Die Schwere dieser Nebenwirkungen hängt sehr von der Dosis und Dauer der Therapie ab. Nach einer leichten, adjuvanten Chemotherapie kann sich das Abwehrsystem manchmal schon nach 6 bis 8 Wochen regenerieren. Bei massiver Zytostatika-Behandlung kann das Monate oder sogar Jahre dauern. In jedem Fall sollte das Immunsystem durch zusätzliche Hilfen gestützt werden.

Klinische Maßnahmen (konventionelle Medizin)
üblich ist eine ständige Kontrolle des Blutbildes. Bei starker Verschlechterung wird die Dosis reduziert oder die Behandlung unterbrochen. Es können Bluttransfusionen nötig werden. Neuerdings stehen für besondere Fälle Wachstumsfaktoren zur Verfügung.
Die Wirksamkeit einer Chemotherapie soll nach den ersten Behandlungen überprüft werden. Spricht der Tumor nicht auf die Zytostatika an, soll die Therapie eingestellt werden.
Die Anwendung von Wachstumsfaktoren (CSF) bleibt meist den Behandlungsfällen vorbehalten, in denen mit der Chemotherapie eine Heilung angestrebt wird (kurative Behandlung). Sie wird deshalb sehr hoch dosiert. Wachstumsfaktoren beschleunigen die Bildung neuer Blut- und Abwehrzellen, die Gefahr bedrohlicher Infektionen kann dadurch verringert werden. Die Behandlung ist sehr aufwendig.

Biologische Therapien (ganzheitliche Medizin)
Mit Präparaten auf pflanzlicher Basis (Mistelextrakte) oder Organpräparaten (Aufbereitungen aus tierischen Zellen des Thymus, der Milz, des Bindegewebes u.a.) ist es möglich, die Schäden am Blutbild deutlich zu reduzieren. Vor allem der Abfall der Leukozyten, der Abwehrzellen, kann gebremst werden.
Diese Mittel führen zu einer vermehrten Ausschüttung von Zytokinen. Das sind Stoffe, die unsere Abwehrzellen aktivieren und steuern (Interleukine, Interferone, Wachstumsfaktoren). Die Zahl aktiver Abwehrzellen, wie etwa der Fress-, Killer- oder Helferzellen, sinkt unter der Chemotherapie nicht so sehr ab. Dadurch bleibt das Immunsystem weitgehend funktionsfähig. Infektionen treten seltener auf und die Abwehr gegen Krebszellen geht weiter.
Durch eine biologische Therapien kann es gelingen, Rückfälle zu verzögern oder zu verhindern. Die Wirksamkeit der klinischen Behandlung wird gefestigt.
Unterstützt wird diese Immunmodulation durch zusätzliche Maßnahmen. Dazu gehört die Einnahme von Enzymen. Sie hemmen Entzündungen, schwellen Gewebe ab und aktivieren die Abwehrzellen.
Ebenfalls unterstützend, besonders bei einer Strahlenbehandlung, kann eine Sauerstofftherapie sein. Das Befinden bleibt stabiler. Als hilfreich hat sich auch eine ergänzende Behandlung mit Lithiumkarbonat erwiesen. Schäden am Blutbild können verringert werden.
Andere Nebenwirkungen wie Brechreiz oder Schmerzen werden durch diese zusätzlichen, begleitenden Therapien gemildert. Das Wohlbefinden bleibt stabiler und die Lebensqualität besser.

Hinweis:

Die Behandlung mit Mistel- oder Organpräparaten sollte möglichst 2 Wochen vor der Chemo- oder Strahlentherapie beginnen und während der Chemo- oder Strahlentherapie weitergeführt werden - nach dem von der Herstellerfirma empfohlenen Schema. In begründeten Fällen können Therapeuten auch ein abweichendes Therapieschema anwenden. Ein bis zwei Tage vor und nach der Anwendung von Zytostatika sollte keine Immunmodulation vorgenommen werden.
Unabhängig davon sollen Vitamine und Selen als Radikalfänger jeden Fall täglich eingenommen werden. Siehe dazu das Kapitel "Entzündungen". Muss die biologische Therapie während der Chemotherapie unterbrochen werden, soll bei der Wiederaufnahme nochmals die übliche Verträglichkeitsprüfung gemacht werden. Durch die Zytostatika könnte sich die Reaktionslage des Organismus geändert haben. Die Wirksamkeit einer begleitenden Therapie mit biologischen Mitteln zur Minderung von Nebenwirkungen ist durch Studien gesichert.

Allgemeine Maßnahmen

  • Wegen der Blutungsneigung sollten keine Mittel eingenommen werden, die das Blut dünnflüssig machen. Dazu gehört auch der Wirkstoff Acetylsalizylsäure, der in "Aspirin" oder ähnlichen Schmerzmitteln enthalten ist. Fragen Sie Ihren Arzt.
  • Schutz vor Infektionen bieten auch Echinacea-Präparate.
  • Meiden Sie Situationen, in denen die Gefahr einer Infektion besteht.
  • Hüten Sie sich vor Verletzungen, Arbeitshandschuhe anziehen.
  • Ernähren Sie sich möglichst vollwertig, essen Sie viel Gemüse, Obst, Vollkorn- und Milchprodukte. Milchsaure Lebensmittel regenerieren die Darmflora.
  • Treten Erbrechen oder Durchfälle sehr heftig auf, müssen eventuell Elektrolyte (Mineralstoffe, Spurenelemente sowie Vitamine) zusätzlich genommen werden. Besprechen Sie das mit Ihrem Arzt.
  • Setzen Sie Ihre normalen Tätigkeiten möglichst fort, das lenkt ab und festigt die Psyche.
  • Vermeiden Sie unnötigen Stress.
  • Gönnen Sie sich ausreichend Ruhe und Schlaf, ohne in eine übertriebene "Schonhaltung" zu verfallen.


Schleimhautschäden - Entzündungen

  • bei Strahlentherapie ausgeprägt
  • bei Chemotherapie individuell unterschiedlich Während einer aggressiven Therapie kann es zu schmerzhaften und oft langwierigen Entzündungen der Schleimhäute kommen, im Mund, im Rachen, im Magen- Darmkanal, an den Harnwegen, aber auch an Blutgefäßen und am Herzen. Diese Entzündungen sind bei der Chemotherapie weitgehend auf die Verschlechterung des Blutbildes zurückzuführen. Mitverursacht und verschlimmert werden sie durch freie Radikale. Bei der Bestrahlung sind die freien Radikale die Hauptschuldigen. Bei beiden Therapien werden sie in großen Mengen erzeugt.


Was läßt sich dagegen tun?
Die freien Radikale können durch sogenannte Radikalenfänger weitgehend unschädlich gemacht werden. Das sind vor allem Beta-Karotin, die Vitamine C und E sowie das Spurenelement Selen. Sie sollten während der Behandlung über den Tag verteilt in hohen Dosen genommen werden:

ß-Karotin 25-50 mg
Vitamin C 200-1000 mg
Vitamin E 200-800 mg
Selen 200-400ug


Nach der Therapie soll die Vitamindosis halbiert werden. Von Selen nicht mehr als 100 g (Mikrogramm) pro Tag nehmen. Einige Therapeuten empfehlen auch die Einnahme von Zink, etwa 40 mg Zinkorotat pro Tag.

Bei Bestrahlungen soll Selen kurz nach der Behandlung eingenommen werden. Eine vorherige Einnahme könnte die Wirksamkeit der Strahlentherapie beeinträchtigen. Für die hochdosierte Anwendung eigenen sich am besten Selen-Trinkampullen, für eine Dauereinnahme Selenhefe-Tabletten. Die Gesamtdosis der Vitamine sollte über den Tag verteilt in kleineren Mengen zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Selen in der hohen Dosierung nicht zusammen mit Vitamin C einnehmen, sondern etwa 2 Stunden vorher oder nachher. In den angegebenen Mengen haben die Vitamine keine nennenswerten Nebenwirkungen.
Wer hohe Dosen Vitamin C schlecht verträgt, kann die Säure mit etwas Natriumcarbonat (Natron) abpuffern. Bei schmerzhaften Entzündungen (Aphten) im Mund oder Rachen können Pinselungen oder Spülungen mit öligen Lösungen von Vitamin E (bzw. Vitamin A) die Abheilung beschleunigen. Es gibt beides als Emulsion in Apotheken. Oder öffnen Sie eine Vitaminkapsel und lösen Sie den Inhalt in etwas Pflanzenöl auf. Gute Erfahrungen liegen auch mit Zinkorotat vor - die Tablette zerkauen und mit dem Speichel im Mund wirken lassen.

Weitere Ratschläge

Bei leichten Beschwerden in Mund und Rachen:

  • Regelmäßige Mundspülungen mit Kamille oder Salbei tun gut.
  • Keine fertigen Mundwasser benutzen, sie enthalten oft Alkohol.
  • Die Lippen mit Vaseline geschmeidig halten.
  • Viele Milchprodukte essen, Milch schützt die Schleimhäute.
  • Die Nahrung pürieren oder im Mixer zerkleinern.
  • Saure oder scharf gewürzte Speisen meiden.
  • Mehrmals in der Stunde etwas Wasser, milde Kräutertees oder verdünnte Säfte trinken, eventuell mit einem Strohhalm.
  • Saft oder andere Getränke können eingefroren und als Eiswürfel gelutscht werden.
  • Bei Mundtrockenheit zuckerfreie Bonbons oder Kaugummi lutschen, das regt die Speichelbildung an.
  • Keinen Alkohol trinken, auch nicht rauchen.


Bei heftigen Beschwerden:

  • Nach dem Essen den Mund 5 Minuten lang mit einer verdünnten Lösung eines Antiseptikums (z.B. "Betaisadona" oder andere) spülen, 2 TL auf ein halbes Glas Wasser.
  • Mehrmals täglich 5 Minuten lang den Mund mit einer "Panthenol"-Lösung spülen.
  • Etwa 1 Stunde nach dem Essen 1 Pipette voll "Moronal"-Suspension im Mund hin und her wälzen, die Reste herunterschlucken, um auch mögliche Pilzkolonien im unteren Rachen und der Speiseröhre zu erfassen.


Bei Beschwerden am Unterleib (After, Scheide):

  • Sitzbäder mit Tannolact, Kamille oder Salbei.
  • Feuchte Umschläge mit desinfizierenden, antiseptischen Lösungen (Kaliumpermanganat).
  • Einläufe (Klistiere) mit Kamille und anderen Heilkräutern, die Entzündungen hemmen. Auch Zusätze von Antiseptika können angebracht sein.
  • Besprechen Sie diese Maßnahmen mit dem Therapeuten. Ärzte mit Kenntnis von Naturheilverfahren können oft besonders gut helfen.


Übelkeit und Erbrechen:

  • bei Chemotherapie häufig
  • bei Strahlentherapie selten


Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen sind oft Nebenwirkungen einer Chemotherapie. Die Ursache ist weniger eine Reizung von Magen oder Darm durch die Präparate, sondern eine Aktivierung des Brechzentrums im Gehirn. Zusätzlich werden bestimmte Darmzellen geschädigt, die dann einen Stoff (Serotonin) freisetzen, der über den Vagus-Nerv ebenfalls das Brechzentrum stimuliert. Die Beschwerden reichen von Übelkeit über häufigen Brechreiz bis zum Erbrechen. Meist beginnen sie ein bis vier Stunden nach der Medikamentengabe. Das Erbrechen kann acht Stunden und länger anhalten. Bei heftigen Beschwerden kann schon die Angst davor einen Brechreiz auslösen. Es kann sich ein Brechreflex ausbilden. Das Erbrechen wird mit bestimmten, vorher gegessenen Lebensmitteln in Verbindung gebracht. Dann genügen der Geruch oder der Anblick dieser Lebensmittel, um den Brechreiz auszulösen. Deshalb sollten vor der Therapie nicht "Lieblingsspeisen" gegessen werden, damit nicht der Appetit daran verdorben wird.
Bei schwerem Erbrechen oder Durchfall müssen in Absprache mit dem Therapeuten Elektrolyte (Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine) zugeführt werden.

Selbsthilfe

Vor der Behandlung:

  • Nur eine leichte Mahlzeit essen, z.B. eine klare Suppe oder ein paar ungesüßte Kekse, etwas Toast oder Zwieback. Eventuell ganz auf feste Nahrung verzichten und nur ein wenig trinken, z.B. verdünnte Säfte, Mineralwasser, Tee oder Brühe.
  • Eher kalte oder lauwarme als heiße Gerichte essen.
  • Süßigkeiten meiden. Bekömmlicher ist meist Saures, etwa saure Gurken, Drops, Zitroneneis.
  • Zum Frühstück sind trockene Nahrungsmittel wie Toast, Knäckebrot oder Zwieback meist bekömmlicher, falls keine Entzündung im Mund vorliegt.
  • Vor jeder Therapie etwas anderes essen oder trinken, um die Ausbildung eines Brechreflexes auf bestimmte Lebensmittel zu vermeiden.
  • Versuchen Sie, aufkommende Ängste abzuwehren, indem Sie sich entspannen oder ablenken.


Nach der Behandlung:

  • Nur trinken oder eine kleine, leicht verdauliche Mahlzeit einnehmen. Gut verträglich sind Kartoffelbrei, Apfelmus, Quark oder Bananen.
  • Fette, salzige oder stark gewürzte Nahrung meiden, ebenso starke Essensgerüche.
  • Den Tag über sehr viel trinken, um die Ausscheidung der giftigen Medikamente zu beschleunigen (etwa drei bis sechs Glas Wasser oder Tee).
  • Nach dem Essen hinlegen und ruhen, dabei den Kopf deutlich höher legen als die Beine.
  • Viel an die frische Luft gehen.
  • Düfte von Lavendel und Anis können den Brechreiz dämpfen.
  • Ablenken durch Musik, Lesen, Gespräche oder Fernsehen.
  • Entspannungsübungen anwenden, z.B. autogenes Training, Yoga.
  • Zu schlafen versuchen, auch mit Hilfe eines milden Schlafmittels.


Medizinische Maßnahmen
Für die Behandlung von Erbrechen (Emesis) gibt es einen Stufenplan. Je nach Schwere der Beschwerden werden schwache bis starke Medikamente verordnet, meist als Kombination von einem Sedativum (Beruhigungsmittel) und einem Antiemetikum (Antibrechmittel).
In leichteren Fällen genügen oft pflanzliche Beruhigungsmittel aus Baldrian, Hopfen oder anderen Phytodrogen sowie Homöopathika. Auch Mittel gegen Reisekrankheit können helfen.
Ein für jeden wirksames Rezept gegen übelkeit gibt es leider nicht.

Haarausfall

  • bei Chemotherapie häufig


Haare wachsen aus den Haarzellen an der Haarwurzel. Da diese sich oft erneuern (teilen), werden sie von den Zytostatika oder bei direkter Bestrahlung stark geschädigt. Die Folge ist ein teilweiser oder vollständiger, meist aber nur vorübergehender Haarausfall. Nach einer Chemotherapie wachsen die Haare manchmal sogar kräftiger als vorher nach. Bei einer Strahlentherapie kann ein dauernder Haarverlust entstehen, allerdings nur im direkt bestrahlten Bereich.
Gegen den Haarausfall gibt es kein sicher wirkendes Mittel. Vorbeugende Behandlungen mit Eiskühlung (Eishauben) oder einem thymushaltigen Haarwasser können den Haarausfall meist nur bremsen und mildern.

Was Sie tun können

  • Schon vor der Behandlung einen leicht zu pflegenden Haarschnitt machen lassen.
  • Rechtzeitig eine Perücke besorgen, die gibt es auf Rezept.
  • Während der Behandlung die Haare nicht strapazieren. Nur sanfte Shampoos benutzen;
  • nach der Wäsche die Haare nur abtupfen, nicht rubbeln.
  • Nur mit milder Wärme föhnen.
  • Sonnenbestrahlung möglichst vermeiden.




Durchfall - Verstopfung

  • Bei Chemotherapie wechselnd
  • Bei Bauchbestrahlung oft Durchfall


Durch die Zytostatika sowie bei Bestrahlungen des Bauchraums werden auch gesunde Darmzellen erheblich geschädigt. Das kann zu Verdauungsstörungen führen. Bei Bestrahlungen des Bauchraums treten häufig anhaltende Durchfälle auf. Bei der Chemotherapie können Durchfälle oder Verstopfungen wechseln. Auch bei Bettlägerigkeit tritt oft eine Verstopfung auf. Abführmittel sollten möglichst nur in hartnäckigen Fällen genommen werden.
Die Einnahme von Radikalenfängern (siehe im Kapitel "Entzündungen") kann helfen, diese Beschwerden erheblich zu mindern. In schweren Fällen hilft der Therapeut mit Medikamenten. Oft aber kann die Anwendung naturheilkundlicher Hilfen und die Beachtung einiger Ernährungsregeln die Beschwerden lindern.

Bei Durchfall

  • Nur fettarme Milchprodukte verzehren, z.B. Quark, Joghurt, Magerkäse, Buttermilch, abgekochte Magermilch.
  • Bananen, Apfelmus oder rohe, geschälte oder geriebene Äpfel essen.
  • Viel trinken, allen Getränken eventuell etwas Salz zugeben.
  • Gut verträglich sind meist Kartoffeln, gekocht oder als Brei, ebenso Weißbrot, Reis, Nudeln, Fleischbrühe oder Cremesuppen aus verschiedenen Gemüsen.
  • Eventuell Heilerde einnehmen.
  • Zu meiden sind gebratene und fettreiche Nahrung, ebenso Vollkornbrot, Nüsse, rohe Gemüse und rohes Obst (außer Äpfel), sowie starke Gewürze, Süßigkeiten, Alkohol, Kaffee oder Chips.


Bei Verstopfung

  • Lebensmittel mit einem hohen Faseranteil (Ballaststoffe) bevorzugen, also Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, Nüsse, Mais, Rosinen, Datteln.
  • Morgens nüchtern frische Obstsäfte trinken, oder abends ein Dutzend Backpflaumen in einem Glas Wasser einweichen, diese am Morgen essen und den Saft trinken.
  • Pro Tag 8 - 10 Glas Flüssigkeit trinken.
  • Möglichst viel bewegen; jedem Bedürfnis zur Entleerung nachgeben, evtl. ein mildes Mittel zum Abführen nehmen.


Nach der Chemotherapie oder Strahlenbehandlung des Bauches kann eine Darmsanierung ratsam sein, denn bei beiden Behandlungen wird die normale Darmflora geschädigt. Um sie wieder aufzubauen, kann der Therapeut Mittel verordnen, die gesunde Darmbakterien enthalten (Symbioselenkung). Gefördert wird der Aufbau einer normalen Darmflora durch eine Kost, die viel Faserstoffe enthält sowie durch milchsaure Lebensmittel. Dazu zählen Sauerkraut, milchsauer eingelegte Gemüse, Joghurt, Sauermilch, Kefir. Zuviel Fett und Eiweiß (Fleisch), Weißmehle oder Süßigkeiten wirken sich sehr ungünstig auf die Darmflora aus.

Entzündungen der Harnwege

  • bei Chemo- und Strahlentherapie möglich


Die Schädigung der Schleimhäute in den Harnwegen (Nieren, Blase, Harnröhre) begünstigt Infektionen. Anzeichen dafür sind Harndrang und häufiges Wasserlassen, Brennen beim Wasserlassen, trüber, dunkler oder rötlicher Urin, sowie Fieber oder Schmerzen im unteren Rücken oder in der Lendengegend. Sprechen Sie sofort Ihren Arzt an.

Hilfreich sind:

  • Mindestens 2,5 Liter pro Tag trinken.
  • Alle zwei Stunden Wasser lassen.
  • Kaffee, schwarzen Tee und Alkohol meiden, ebenso scharfe Gewürze.
  • Sorgfältige Intimhygiene.
  • Sitzbäder (siehe Entzündungen).




Hautveränderungen

  • meist nur bei Strahlentherapie


Unter einer Strahlentherapie können im bestrahlten Bereich häufig leichte bis schwere Hautveränderungen auftreten. Das kann sich äußern in roten Flecken, Ausschlag, Jucken, Hautverfärbungen, Nässen oder Schilfern der Haut; in Blasenbildung oder Sonnenempfindlichkeit. Bei einer Chemotherapie sind Hautveränderungen selten; wenn, dann meist am ganzen Körper als eine Art Allergie.
Manche Veränderungen zeigen sich bei Bestrahlungen erst Wochen oder Monate nach der Therapie. Personen mit heller Haut sind häufiger betroffen. Oft sind Veränderungen wie braune Flecken, eine dunklere Hautfarbe oder Verdickungen bleibend.

Das kann helfen:

  • Hautreinigung nur mit lauwarmem Wasser und weichen Tüchern; eventuell mit sehr milder, neutraler Seife. Die Haut nur abspülen und trockentupfen. Die Bestrahlungsmarkierungen nicht abwaschen.
  • Als Pflegemittel Baby-Öl oder Lotions auftragen, die Vitamin D und E enthalten. Kein Parfüm oder Deodorant benutzen.
  • Die Haut so oft wie möglich der frischen Luft aussetzen aber direkte Sonnenbestrahlung vermeiden.
  • Nicht in Salzwasser oder gechlortem Wasser baden.
  • Bei juckender Haut kann ein lauwarmes Bad mit einem Zusatz von Maismehl, Hafermehl, Sojamehl oder Natron Linderung verschaffen. Einzelne juckende Stellen mit kalten, feuchten Packungen oder Eiswürfeln behandeln.
  • Reines Vitamin E auf entzündete Hautstellen auftragen, dazu ein Emulsionspräparat benutzen oder den Inhalt einer Kapsel in Öl gelöst auftupfen.
  • In schweren Fällen kann der Therapeut cortisonhaltige Salben verordnen.


Grundsätzlich gilt:

  • Solange die Haut trocken ist, soll sie mit trockenen Mitteln gepflegt werden (Puder).
  • Nässende Haut soll feucht behandelt werden. Dazu eignen sich Öl-in-Wasser-Emulsionen oder Lotionen. Es können auch feuchte Verbände mit Lösungen aus Kaliumpermanganat (1 %) oder Borwasser (2 %) gemacht werden.