Hormone und Wechseljahre

p0308316Wechseljahre und Hormontherapie

Die Beschwerden in den Wechseljahren sind im wesentlichen eine Folge des plötzlichen Östrogenmangels. Dieser Ursache zahlreicher Folgesymptome kann mit einer sogenannten Substitutionstherapie begegnet werden. Substituiert, also ersetzt, werden die Hormone, die der Körper in den Wechseljahren nicht mehr genügend produziert.

 

 Damit das hormonelle Gleichgewicht des Körpers und damit Ihr Wohlbefinden erhalten bleiben, kann eine solche Therapie in vielen Fällen sinnvoll sein. Dabei können sowohl natürliche Stoffe auf naturheilkundlicher Basis als auch naturidentische, synthetische Hormone eingesetzt werden. Viele typische Beschwerden der Wechseljahre lassen sie mit einer dieser Therapieformen lindern oder sogar ganz beseitigen. 


Wechseljahre ohne Hormone - die natürliche Hormonersatztherapie

Naturheilkundlich orientierte Mediziner sind in der Lage, ihnen in den Wechseljahren mittels Naturstoffen, den sogenannten Phytoestrogenen, oft in Kombination mit anderen Pflanzenstoffen (Traubensilberkerzenextrakte etc.), eine Hormonersatztherapie ohne synthetischen Hormonersatz zu verordnen. In der Mehrzahl der Fälle ist damit eine ausreichende Linderung der Wechseljahresbeschwerden zu erzielen. Leider ist diese natürliche Hormonersatztherapie keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen, sondern muss privat bezahlt werden. Es entstehen Kosten von 30-80 € pro Monat je nach notwendiger Dosierung. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen lediglich die Kosten der synthetischen Hormone. Gute Wirkstoffkombinationen finden sie in den empfohlenen Onlineshops.

Vaginales Moor - Hilfe aus der Natur

Die Vaginale Moorbehandlung ist ein seit Jahren bewährtes Verfahren zur Behandlung chronischer Wechseljahres-Beschwerden. In Deutschland wurde es von Herrn Dr.Robert Kovarik bekannt gemacht. Er machte als langjährig tätiger Kurarzt vielfältige Erfahrungen mit der Wirkung dieser Behandlung. Dabei wird erwärmtes Moor in die Scheide eingeführt und verbleibt dort einige Zeit. Je nach Temperatur und Dauer der Anwendung erzielt man verschiedene Effekte. Nachdem das Vorgängerprodukt "Vagimoran" aus dem Handel genommen wurde ist seit 2010 ein Folgepräparat verfügbar ("Vagipeat"). Die Anwendung ist einfach und kann nach einer Anwendungsschulung auch ohne ärztliche Hilfe von der Patientin selbst durchgeführt werden.  Die Wirkung beruht einerseits auf der hohen lokalen Erwärmung mit deutlicher Verbesserung der Durchblutung von Gebärmutter und Eierstöcken, andererseits auf der hormonähnlichen Wirkung der Moorpeloide, die sauer sind und das Scheidenmilieu deutlich und langanhaltend verbessern. Die Behandlung ist sehr angenehm und entspannend und wird von vielen Frauen sehr geschätzt.

 

Informationen zu Hormonen allgemein:

Welche Wirkung haben Hormone auf den Körper?

Hormone sind Substanzen, die vom Körper produziert und über das Blut transportiert werden. An verschiedenen Stellen im Organismus über sie dann ihre Wirkung aus. Das Sexualhormon Östrogen, das der Körper der Frau im Rahmen des monatlichen Zyklus produziert, spielt jedoch nicht nur für die Fortpflanzung eine sehr wichtige Rolle, es hat auch Auswirkungen auf zahlreiche andere Funktionen im Körper. Ein Mangel an Östrogenen kann entsprechend negative Auswirkungen haben. Bei einem Mangel an Östrogenen können neben den bekannten Hitzewallungen, Schweißausbrüchen und Schlafstörungen auch selten im Folgenden beschriebene Symptome auftreten:

  • Muskeln:
    Ohne das Vorhandensein von Östrogenen lässt die Spannkraft der Muskeln allmählich nach.
  • Blutzusammensetzung:
    Östrogen wirkt positiv auf die Blutfette und beugt der Ausbildung einer gefährlichen Arterienverkalkung (Arteriosklerose) vor. Es vermindert dadurch auch das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden.
  • Knochen:
    Ohne ausreichende Mengen an Östrogen im Körper schreitet der "Knochenschwund", die Osteoporose, sehr schnell voran.
  • Zuckerstoffwechsel:
    Bei vielen Frauen entwickelt sich in den Wechseljahren eine Diabetes (Zuckerkrankheit), was möglicherweise auch auf einen Östrogenmangel zurückzuführen ist.
  • Blutdruck:
    Auch ein Anstieg des Blutdruckes in den Wechseljahren kann seine Ursache in dem Mangel an Östrogenen haben.
  • Haut:
    Während der Wechseljahre verliert die Haut langsam an Feuchtigkeit, Elastizität und Spannkraft, was nicht nur als natürlicher Alterungsprozess zu werten ist, sondern auch auf einen Mangel an Östrogenen zurückgeführt werden kann.
  • Brust:
    Im natürlichen Alterungsprozess verliert die Brust an Größe und Festigkeit. Auch Östrogene werden diesen Prozess nicht aufhalten, wohl aber in vielen Fällen verlangsamen können.
  • Geschlechtsorgane:
    Ein Mangel an Östrogenen führt zum Beispiel dazu, dass die Feuchtigkeit und Elastizität der Scheide abnimmt.


Welche Möglichkeiten der Hormontherapie gibt es?

Nach neuen wissenschaftlichen Kenntnissen enthalten chemisch erzeugte (synthetische) Hormonpräparate oft naturidentische Inhaltsstoffe. Die synthetischen Östrogene sind in Zusammensetzung und Wirkung den körpereigenen Hormonen nahezu identisch. Außerdem enthalten die meisten Präparate ein Gestagen. Dabei handelt es sich um ein Hormon, das dem natürlichen Gelbkörperhormon, dem Progesteron, entspricht und dessen Aufgaben im Organismus übernimmt.

Heutzutage wird eine möglichst niedrige Dosierung mit Cremes, Gels, Pflastern oder Ovula für die systemische Hormontherapie vorgezogen. Auch wenn  wenn örtlich auftretende Hormonmangelerscheinungen, wie z.B. Scheidentrockenheit, behandelt werden sollen, sind sie von Vorteil.

Oft  ist es jedoch notwendig, den klimakterischen Beschwerdekomplex individuell auch mit Tabletten oder Injektionen zu behandeln. Es gibt dazu Depot-Spritzen, Pflaster und vor allem Dragees und Tabletten. Sie beseitigen wirkungsvoll Wechseljahresbeschwerden und beugen besonders effektiv Arteriosklerose oder Knochenschwund vor.

Viele Frauen bevorzugen das Aufkleben eines Pflasters. Dadurch werden Östrogene dem Körper unter Umgehung des Verdauungstraktes direkt durch die Haut zugeführt, wovon vor allem Frauen mit Magen- und Darmstörungen oder Lebererkrankungen profitieren können.

Voraussetzung für eine wirksame Hormontherapie ist, dass sie genau auf die persönliche Situation der Frau zugeschnitten ist und möglichst niedrig dosiert ist. Es nützt z.B. gar nichts, wenn die Therapie eigenmächtig abgesetzt wird, nachdem die lästigen Beschwerden abgeklungen sind.

Um den Hormonhaushalt auf Dauer im Gleichgewicht zu halten, muss die Therapie in der Regel über einen längeren Zeitraum erfolgen. Falls Nebenwirkungen auftreten sollten, ist es am besten, gar nicht erst lange abzuwarten, sondern umgehend den Arzt aufzusuchen, der dies abklärt und je nach Befund eventuell auf ein anderes Präparat ausweicht, das der individuellen Situation noch besser entspricht.

Um Himmels willen kein Östrogen?

Aus vielen Arztpraxen wird heute berichtet, dass weniger die Risiken und Nebenwirkungen der Hormonbehandlung ein Problem sind als vielmehr die Angst davor. Nach wie vor halten sich bei einigen Frauen hartnäckige und festgefahrene Vorurteile, die nur schwer auszuräumen sind. Beispiel: "Östrogene machen dick" oder "Östrogene erzeugen Krebs". Weitere Äußerungen betreffen etwa die Angst vor Thrombosen, vor Herzinfarkt und anderem mehr... Viele Ängste der Frauen gegenüber der Östrogentherapie können durch sachliche Information und Aufklärung ausgeräumt werden.

Thrombosen


Viele Frauen haben Befürchtungen, weil sie gehört haben, die "Pille" erhöhe das Risiko für Thrombosen. Dies gilt für die Verhütungspille, die als Östrogen das synthetische Etinylestradiol enthält. Vielen Frauen ist es einfach nicht bekannt, dass bei der Hormonbehandlung in den Wechseljahren ein ganz anderer Typ an Östrogen eingesetzt wird als bei der Pille, der weit weniger risikobehaftet ist.

Arterioskleroseprophylaxe

Die mittlere Lebenserwartung der Frau ist in diesem Jahrhundert auf 75 bis 80 Jahre angestiegen, so dass in Europa etwa ein Drittel der Frauen jenseits der Wechseljahre lebt. Das hat dazu geführt, dass manche Krankheiten, die im fortgeschrittenen Alter gehäuft auftreten, heute an Bedeutung gewonnen haben. Dazu gehören neben der Osteoporose vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Durch die Abnahme der körpereigenen Hormonproduktion während bzw. nach den Wechseljahren erhöht sich für die Frau das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung etwa ab dem 50. bis 55. Lebensjahr. Durch Hormonsubstitution kann diese Risikoerhöhung reduziert werden: wie die körpereigenen Hormone vor den Wechseljahren üben die in Form von synthetischen Hormonpräparaten zugeführten Östrogene eine Schutzfunktion auf die Blutgefäße aus. Sie beeinflussen die Blutfettwerte günstig und reduzieren die Entwicklung einer Arterienverkalkung. Diese Schutzwirkung macht sich in einer Reduzierung von Angina-pectoris-Anfällen und Herzinfarkte bemerkbar. Östrogene wirken auch direkt gefäßerweiternd, weshalb der Blutdruck in der Tendenz sinken kann.

Krebs


Frauen, die ein Hormonpräparat (bestehend aus einem Östrogen und einem Gestagen) anwenden, erkranken wesentlich seltener an Krebs der Eierstöcke oder der Gebärmutter. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit für Brustkrebs ist unter der Hormonbehandlung leicht erhöht, Brustkrebserkrankungen werden allerdings unter einer Hormontherapie im Durchschnitt früher erkannt, wodurch das Gesamtrisiko bezogen auf das Überleben dieser Erkrankung nicht wesentlich erhöht ist.

Auf die individuelle Therapie kommt es an


Die Erkenntnis, dass es sinnvoll sein kann, dem Körper der Frau besonders nach der Menopause Hormonersatzstoffe zuzuführen, ist gesichert. Die Fortschritte in der Therapie mit Hormonen haben zu der erfreulichen Tatsache geführt, dass man heute mit erheblich geringeren Dosierungen auskommt als früher und dass nur möglichst naturidentische Östrogene zur Anwendung kommen.
In der Therapie wird nicht mehr nur allein Östrogen verabreicht, sondern auch das normalerweise in der zweiten Zyklushälfte produzierte Gestagen. Die Substitutionstherapie bleibt aber nur den schweren Fällen vorbehalten, in der Regel ist die oben erwähnte ("Wechseljahre ohne Hormone") Behandlung mit Naturstoffen und Phytoöstrogenen in der Wirkung ausreichend.